Umgang mit dem schlechten Gewissen

Diese Übung hilft dir, Schuldgefühlen mit Verständnis und Selbstmitgefühl zu begegnen, statt mit Selbstkritik.

1. Ankommen

Setze dich bequem hin und nimm ein paar langsame, tiefe Atemzüge.
Lege eine Hand auf dein Herz.
Lass deinen Körper weicher werden.
Erkenne an, dass Schuldgefühle unangenehm sind und dass es Mut braucht, sich ihnen zuzuwenden.

2. Erinnere dich an eine Situation

Denke an eine kürzliche Alltagssituation, in der du dich schuldig gefühlt hast.
Wähle etwas Überschaubares, nichts Überwältigendes.
Erinnere dich sanft:
Was ist passiert?
Wer war beteiligt?
Wofür fühlst du dich schuldig?
Nimm wahr, wie sich das in deinem Körper anfühlt.

3. Höre der Stimme des schlechten Gewissens zu

Nimm die Stimme der Schuld in deinem Inneren wahr.
Was sagt sie dir?
Ist sie vertraut oder neu?

Frage dich:

  • Welche Regel, welcher Wert oder welches Bedürfnis fühlt sich verletzt an?
  • Was versucht diese Stimme vielleicht zu schützen?

Nimm einen langsamen Atemzug, um etwas Abstand zu schaffen.

4. Antworte mit Mitgefühl

Stell dir nun vor, dass deine mitfühlende innere Stimme spricht.
Sage still zu dir selbst:

  • „Ich sehe meine Bedürfnisse und die der anderen.“
  • „Ich tue das Beste, was ich kann.“
  • „Ich habe Grenzen, und das ist menschlich.“
  • „Ich darf auch für mich selbst sorgen.“

Lass deine eigenen freundlichen Worte entstehen.
Wenn es hilft, denke daran, was du einer guten Freundin oder einem guten Freund sagen würdest — und sage es dir selbst.

5. Sanfter Abschluss

Lass die Situation los.
Kehre zum Spüren deines Körpers und deines Atems zurück.
Erlaube dir, genauso zu sein, wie du bist.
Ruhe noch einen Moment still, bevor du mit deinem Tag weitermachst.

Du kannst zu dieser Übung zurückkehren, wann immer Schuldgefühle schwer oder anhaltend werden.